Nationalratswahl 2017: Sonntagsfrage an der Schule

Gestern führte ich an meiner Schule eine Umfrage zur in knapp einer Woche stattfindenden österreichischen Nationalratswahl durch.

„Wäre heute Wahlsonntag, welcher Partei würdest du deine Stimme geben?“ hieß der genaue Wortlaut unserer Sonntagsfrage auf der Schmelz. Alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (unabhängig ihres Alters und Nationalität) wurden eingeladen ihre Stimme zur Nationalratswahl 2017 abzugeben. Neben allen bundesweit und in Wien kandidierenden Parteien konnte man selbstverständlich auch „ungültig“ wählen bzw. gar nicht zur Wahl antreten.

Das Ergebnis dieser Umfrage kann man hier im Detail studieren: http://bit.ly/nationalratswahlschmelz

Ein paar Anmerkungen:
Natürlich kann man bei dieser Befragung keinerlei Rückschlüsse auf das Wahlverhalten Wiener GymnasiastenInnen machen. Sowohl die kleine Samplegröße (297 Befragte), als auch die für den gesamten Wiener Raum wenig repräsentative Gruppe an Befragten lassen keine seriösen Aussagen zu.

Auch niemals vergessen: Eine Meinungsumfrage wie diese ist keine Prognose. Sie ist eine Erhebung über die Meinungen der Befragten zum Zeitpunkt der Umfrage (4.10.17). Bis zur Wahl in 10 Tagen können sich diese durchaus noch ändern.

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Reaktion zu meinem Artikel auf derStandard.at

selbsttest

Heute wurde ein Artikel von mir über den österreichischen Volkssport LehrerInnen-Bashing auf derStandard.at veröffentlicht (http://derstandard.at/2000014328498/Wie-viele-Stunden-arbeitet-ein-Lehrer-wirklich-Ein-Selbsttest).

Daraufhin folgte eine Welle an Reaktionen (sowohl extrem positiv als auch extrem negativ) in meiner Mailbox, auf meiner Homepage, auf Facebook und im Standard Forum. Wer hätte das gedacht?!

Einige Klarstellungen zu vielen Kritikpunkten:

1) Warum habe ich überhaupt die Zeit gemessen? Nun, die Öffentlichkeit beschränkt sich leider in der Diskussion „Was leisten LehrerInnen?“ zum Großteil nur auf Zeitangaben.  20h, 22h, so und so viele Wochen Ferien, etc. Aufgrund dessen hatte ich beschlossen meine Argumentationslinie auf genau dem gleichen hohlen und oberflächlichen Niveau der Zeit zu führen. Seriöse Studien zu diesem Thema werden im Übrigen gerne von der Öffentlichkeit verschwiegen bzw. ignoriert.

2) Die 37 Stunden Anwesenheit sind zum überwiegenden Großteil Arbeitszeit. Wie stellen Sie sich eine „Fensterstunde“ bzw. Pausen vor? In genau dieser Zeit werden Stunden kurz nachbereitet, SchülerInnen-Gespräche geführt, mit der KV-Klasse kommuniziert, korrigiert, Besprechungen mit KollegInnen durchgeführt, etc. Die Liste ist lang und ich muss sagen, es ist mir zu mühsam den Aufgabenbereich einer Lehrperson immer wieder bis ins kleinste Detail aufzulisten. Alle, die sich das mal genau durch den Kopf gehen lassen, müssten hier verstehen können, wie es in der Realität wirklich aussieht.

3) Viele haben den Text nicht genau gelesen. Ich habe ausdrücklich gesagt, dass meine beschriebene Woche einen Zeitraum behandelt, welcher unterdurchschnittlich bis durchschnittlich anzusehen ist. Ich bin mir sicher, dass eine durchschnittliche Arbeitswoche von mind. 50h ausreichen, um die zusätzliche „freie“ Zeit (ja, auch in dieser Zeit wird zum Teil viel gearbeitet) auszugleichen. Liebe Leute, nochmal zum mitschreiben: nicht jeder Tag der Ferien bedeutet gleich Freizeit. Das wird mir nun wieder mal keiner glauben, aber es ist einfach so. Außerdem gibt es auch zu diesem Thema Studien, welche den Arbeitsaufwand im gesamten Jahr berechnen und gut dokumentieren dass LehrerInnen gleich viel arbeiten wie der Rest.

4) Ich bin nicht die Ausnahme, ich entspreche (meiner Einschätzung nach) dem Durchschnitt. LehrerInnen, die in der Woche weniger als 40 Stunden für ihren Job aufwenden, kann ich an meinem 100-köpfigen Schulstandort an einer Hand abzählen.

5) „Die Lehrer und ihr ewiges Gejammere!“ Geht’s noch?! Unser  Berufsstand wird jahrelang in aller Öffentlichkeit durch den Dreck gezogen, unser Chef sagt vor laufenden Kameras, dass wir alle nix hakeln, jeder diffamiert uns mit unglaublich stupidem Halbwissen, UND WIR DÜRFEN UNS NICHT EINMAL VERTEIDIGEN?

6) „Die Privatwirtschaft! Bei uns in der Privatwirtschaft…!“ Ich kann es nicht mehr hören!! Aber natürlich kenne ich mich aus wie es in der Privatwirtschaft läuft. Dort ist es ja genau so wie in der Schule. Es gibt wenige schwarze Schafe und Viele die etwas leisten. Und: wie viele Berufe kennen Sie, die von der breiten Masse genau so fertig gemacht werden wie der Lehrberuf?

Außerdem, nur so mal zum Nachdenken: lesen Sie sich mal die Studien durch, welche die wahre Arbeitszeit in Büros untersuchen (hust…60%). Oder die Studien, welche die bezahlten Rauchpausen berechnen.  Dann können wir weiter reden…